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Lebens- und Berufskarrieren der lippischen Ziegler im 19. Jahrhundert

Durch die Koppelung von Informationen aus den hier angebotenen Listen einerseits mit der Überlieferung der Personenstandsregister ist es im Prinzip möglich, für jeden Ziegler Lebenslauf und Karriere zu rekonstruieren. Für 921 Ziegler, die zwischen 1840 und 1875 gestorben sind, ist eine solche Rekonstruktion bereits erfolgt. Davon stammten 88 Ziegler aus Orten außerhalb der Grenzen des Landes Lippe; für diese Ziegler waren die Personenstandsdaten weit schwieriger zu ermitteln als jene der lippischen Ziegler. Von 208 lippischen Zieglern ließ sich das genaue Geburtsjahr noch nicht feststellen und damit auch nicht das genaue Alter – eine notwendige Bedingung für die weitere statistische Analyse. So blieben 625 Untersuchungspersonen übrig, für die genügend Informationen vorlagen, um die Forschungsfragen auch statistisch zu beantworten. Alle 921 Untersuchungspersonen sind in einer Datei alphabetisch gespeichert worden. Dabei wurden die Arbeiter des I. bzw. II.-IV. Distrikts voneinander unterschieden (siehe PDF-bestand). Die wichtigsten Daten zu den untersuchten Personen wurden in einem statistischen Bestand zusammengefasst.

Die Forschungsfrage war: Wie fanden diese saisonale Ziegler außerhalb Lippe ihre konkrete Arbeitsstelle? Neben dem Ziegelbotensystem und den Bedingungen in den Zielgebieten bestimmten die Überlebenschancen in den jungen Jahren die Karriere eines Zieglers. Hatte ein Ziegler die besonders risikoreiche Phase zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr überstanden, dann entschieden offenbar eher individuelle Eigenschaften als die soziale Herkunft über den Erfolg einer Zieglerkarriere. Eher galt das Gegenteil: der Erfolg in der beruflicher Karriere bestimmte den gesellschaftlichen Erfolg, z. B. bei der Heirat, und ermöglichte so den sozialen Aufstieg.

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